Autos für die mobile Pflege: Sozialstation auf vier Rädern

Pflege zu Hause oder lieber ein Pflegeheim? Bei schweren Krankheiten oder nach einem Unfall mit gravierenden Folgen stellt sich diese Frage in vielen Familien. Das Pflegeheim hat immer den Beigeschmack einer Abschiebung, als wolle man mit der Arbeit bezüglich eines alten Menschen nichts mehr zu tun haben. Solange die Eltern oder Großeltern fit und rüstig sind, gehören sie zur Familie. Ihr persönlicher Albtraum ist es, dass sich aber dann niemand findet, der bereit ist, Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit zu tolerieren und auch mitzumachen. Leider ist aber auch die Notwendigkeit einer Berufstätigkeit bei den nächsten Generationen ein Grund dafür, warum die Angehörigen bei schlimmen und ganztätig nötigen Hilfsdiensten und Pflegearbeiten nicht zur Verfügung stehen können. Dafür wird zwar ein Pflegegeld gezahlt, doch ob dies dann ausreicht, um die finanziellen Belastungen zu meistern, ist fraglich. Oft kann auf beide Einkommen nicht verzichtet werden, sind Kinder zu erziehen: Da käme die Pflege merklich zu kurz. In diesem Fall kann aber darüber nachgedacht werden, die Pflegedienste, die Hausbesuche machen, ins Boot zu holen. Krankenpfleger und Krankenschwestern, Altenpfleger und Pflegehelfer werden von den Sozialdiensten angestellt und mit einer entsprechenden Ausrüstung versehen. Kleine, sparsame Autos, mit kaum mehr Stauraum, als die Utensilien des Pflegepersonals nötig machen, werden hier gekauft, um die Kosten gering zu halten. Auch die Angestellten sind hier keinesfalls Großverdiener – denn die Bezahlung seitens der Pflegekassen oder Krankenkassen ist mehr als knapp kalkuliert. Dafür müssen die mobilen Pflegedienste aber umfassende Hilfe in diversen Bereichen übernehmen.

Was sind die Aufgaben vom mobilen Pflegedienst?

Unterstützung bietet ein Pflegedienst nicht nur bei den rein pflegerischen Belangen. Sicher ist dies die Grundlage der Arbeit einer mobilen Pflegekraft, die mit ihrem Auto von Haus zu Haus fährt, um im Schichtdienst zur passenden und vereinbarten Zeit den Angehörigen zur Hand zu gehen oder alleine die erforderliche Arbeit zu verrichten. Hilfreiche Informationen über den Pflegedienst gibt es auch auf www.experto.de. Aus den hier aufgeführten Details ist zu entnehmen, dass auch hauswirtschaftliche Aufgaben erledigt werden müssen. Dazu gehört es, einmal Geschirr zu spülen, für eine warme und gelüftete Wohnung zu sorgen. Selbst Wäsche zu waschen oder einkaufen zu gehen gehört zum Aufgabenfeld, je nach bewilligter Pflegestufe des Patienten und Eigenarbeit der Angehörigen. Der Besuch vom Pflegedienst kann sich also über eine längere Zeit hinziehen, in der es aber nach einem strikten Akkordplan alle verordneten und somit genehmigten Tätigkeiten abzuarbeiten sind.

Die harte Arbeit vom Pflegedienst: Akkord am Patienten

Ein Beispiel: Ein zuckerkranker Schlaganfall-Patient mit einer halbseitigen Lähmung wird vormittags nicht von seiner Familie betreut. Alle sind in der Schule und in der Arbeit, weswegen der Pflegedienst ins Haus kommt. Der Pfleger oder die Schwester helfen dem Patienten, aufzustehen und verrichten – eventuell mit eigener Mitarbeit des Kranken – die Morgentoilette und die Rasur. Danach wird das Frühstück zubereitet und das Bett gemacht. Zuckermessen, Insulin spritzen, weitere Medikamente verabreichen und das Bett aufschütteln: Das sind die folgenden Arbeiten. Hat der Patient gefrühstückt, wobei er vielleicht auch Hilfe braucht, möchte er wieder in sein Bett, weil ihm das Sitzen den ganzen Vormittag lang viel zu anstrengend wird. Also bringt die Pflegekraft den Gelähmten wieder in sein Bett, schließt die Fenster und räumt die für die Pflege benötigten Utensilien wieder auf. Danach geht es weiter zum nächsten Patienten. Minutiös ist festgelegt, wie viel Geld der Pflegedienst für diese Arbeit bekommt. Braucht die Pflegekraft länger, was beinahe täglich der Fall ist, wird das nicht bezahlt. Hat der Patient Sonderwünsche, wäre es herzlos, sie nicht zu erfüllen. Dennoch wird die Bezahlung hier nicht erhöht. Teils sind Arbeiten mit genauen Sekundenzahlen angegeben. Dauert beispielsweise das Zuckermessen länger, weil eine neue Packung Messstäbchen geöffnet werden muss, ist dies letztendlich reines Vergnügen der Pflegekraft – Überstunden summieren sich, werden aber nicht abgerechnet. Am Beispiel der Übersicht auf http://www.der-ambulante-pflegedienst.de/preise.html ist zu erkennen, wie die Vergütung für einzelne Leistungen aussieht. Dies ist aber das Geld, das der Pflegedienst selbst bekommt. Davon sind Unkosten für Autos und deren Unterhalt und viele andere Dinge – und natürlich der Lohn der Pflegekräfte zu bezahlen. Akkordarbeit am Patienten – nicht schön, aber angesichts der angespannten Lage im Gesundheits- und Pflegewesen in Deutschland kaum zu vermeiden. In anderen Ländern ist die Situation aber noch viel schlimmer.